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Schulbildung – eine Frage der Qualität

03040005_a.jpgZu einer Podiumsdiskussion am 04.03.2010 mit dem Thema „Bessere Schulbildung als Voraussetzung für ein erfolgreiches berufliches und gesellschaftliches Leben“ hatte der CDU-Ortsverband in das Restaurant „Seeterrassen“ eingeladen. Diskutiert wurde die Umstrukturierung des 3-gliedrigen Schulsystems in Regional- und Gemeinschaftsschulen, insbesondere in unserer Region.

Vor 30 Gästen erläuterten die Podiumsteilnehmer unter der Moderation von Joachim Schuldt, der selbst im Schuldienst, im Bildungsministerium und in der Staatskanzlei tätig war, die im internationalen Bildungsvergleich notwendig gewordenen Veränderungen der Schulformen. Die Regionalschulen konkurrieren mit den Gemeinschaftsschulen um die Schülerzahlen. Aber nicht das Türschild einer Schule entscheide über die Qualität der Schulbildung sondern die Inhalte der gegebenen Unterrichte, so Hans-Jürgen Gärtner, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion, der selber 26 Jahre Schulleiter und „Lehrer mit Herzblut und Einsatz“ war. Eltern wissen sehr gut, an welcher Schule gut oder schlecht unterrichtet wird und „stimmen mit den Füßen ab“, merkte Heike Franzen, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, an. Tade Peetz vom VdR (Verband deutscher Realschullehrer) und Realschullehrer an der Regionalschule Heikendorf, beklagte, dass viele Eltern allem Anschein nach dem Angebot der Gemeinschaftsschulen aufgesessen sind, die mit dem „Abitur für alle“ warben. Dabei würde immer noch das gymnasiale Abitur dem allgemeinen der Gemeinschaftsschulen vorgezogen.

Die Hauptschule hätte in der bisher bestehenden Form keine Chance mehr gehabt. Durch die Umstrukturierung haben die „Hauptschüler“ mehr Möglichkeiten erhalten, einen für ihr berufliches Leben bestmöglichen Bildungsabschluss zu erlangen, denn die klassischen Berufswahlen für die Schulabgänger haben sich verschoben: War es früher so, dass der Hauptschüler einen handwerklichen Beruf ergriff, sind es heute wegen der gestiegenen Leistungsansprüche eher die Realschulabgänger, die für das Erlernen eines Handwerks qualifiziert sind.
Roland Reimer, Schulleiter der Grundschule Laboe, bedauerte die sinkenden Schülerzahlen (240 Schüler und Schülerinnen im Jahr 2005 gegenüber 140 im Jahr 2010) und die fehlenden Hauptschüler an der Laboer Schule. Nach seinen Erfahrungen sei das Miteinander der Großen und Kleinen ein wichtiger sozialer Aspekt an Schulen. In den neuen Schulformen hätten auch die „Hauptschüler“, die früher aus sozialen Gründen nicht zur Realschule gingen, eine große Chance erhalten.

Einig waren sich alle Podiumsteilnehmer darin, dass die Schule sich verändern muss, die Schulen an ihren Konzepten arbeiten müssen. Es könne nicht angehen, dass Kinder dem Stoff nicht folgen könnten, weil er für ein ganz anderes Lernziel ausgerichtet sei, und die Fähigkeiten zum Lernen sowie die Wissensgrundlagen bei den Kindern zu große Unterschiede aufweisen. Dass Kinder Mitschüler ausgrenzen, weil sie einer anderen gesellschaftlichen Schicht angehören, sei ebenso beobachtet worden. Aus diesem und verschiedenen anderen Gründen sei der Einsatz von Sozialpädagogen an Schulen nicht nur erforderlich, sondern auch gewünscht.


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